Der Maisenhof

Fakten, Fakten, Fakten!

Vom Maisenhof sind außer einem rabiaten Pächter am Anfang des 19. Jahrhunderts fast nur nackte Zahlen und Fakten bekannt.

Der Maisenhof

Die Hofstelle wird 1348 erstmals als Maysch- oder Maisenwinkel schriftlich erwähnt:
„1348 St. Georgenabend; Markgraf Ludwig von Brandenburg verleiht Leopold von Seldeneck Mayschwinkel bei Bartenstein und die Lehen zu Laudenbach“ (darunter Siegel des Markgrafen)

Der Maisenhof gehörte im 14. Jh. zur Markgrafschaft Ansbach-Brandenburg und war kein Viehhof, sondern Ackerbauernhof. 1420 und 1611 ist er laut Gültbuch als Teil vom Hornungshof aufgeführt. Vor dem 30-Jährigen Krieg befand sich hier ein Hof mit einem Bauern. Im Kirchenbuch von Ettenhausen gab es in den Jahren 1618 bis 1643, also während des Krieges, jährlich eine Geburt auf der Hofstelle, von 1664 bis 1686 einzelne Geburten im Abstand von 5 Jahren. Nach den Kriegswirren wurde die Hofstelle an die Herrschaft Hohenlohe-Schillingsfürst verkauft. Während des 18. Jahrhunderts berichten die Quellen mehrmals von der Zerschlagung des Hofes. Es fanden zahlreiche Besitzwechsel statt, dazu kamen Umnutzung und Teilung. Seit 1753 ist Familie Haag Eigentümer des Maisenhofs. 1838 sind in dem amtlichen Verzeichnis 33 Einwohner auf dem Maisenhof verzeichnet. Im 19. Jahrhundert erwirbt das Fürstenhaus Hohenlohe-Bartenstein die Hofstelle erneut, dabei werden die Gebäude beschrieben:

Maisenhof

Nr. 1


Nr. 2


Nr. 3


Nr. 4

Nr. 5

Wohnhaus mit Backofen, Holzstall, Scheuer und Hofraum gemeinsam mit der Ziegelhütte, 1810 von Michael Haag gekauft

Einstöckiges Wohnhaus mit Gasthaus, mit Stall, Scheuer, Hofraum im Maisenhof, 1855 von Michael Haag gekauft, 1869 abgerissen (an der Straße nach Niederstetten)

Einstöckiges Wohnhaus, Backofen, Ziegelhütte, 1810 von Michael Haag gekauft, 1869 Gebäude abgerissen

Heutige Maisenscheuer

Lehmgrube (links unten im Bild) 


Von etwa 1818 bis 1846 wohnte in einem der Gebäude Revierförster Kinzi mit seiner Familie und auszubildenden Forsteleven, auch seine Nachfolger. Eleven nannte man Lehrlinge, von denen der spätere Bartensteiner Revierförster Heinrich Kirchner namentlich bekannt ist. Heute steht abseits der Straße, die zur Kaiserstraße führt, nur noch die „Maisenscheuer“, die weithin sichtbare stattliche Scheune, die noch bewirtschaftet wird. Sie wurde Ende 2011 mit einer Photovoltaikanlage versehen. Bei der Ausweisung neuer Baugebiete im Bereich des Maisenhofs legte das Landesdenkmalamt ein Veto gegen die Überbauung des Gebietes ein.Ab 1800 produzierte die Ziegelhütte auf dem Maisenhof, die mal unter privater, dann wieder unter fürstlicher Leitung stand. Nach Unterlagen der Familie Haag wurde später im Maisenhof die Wirtschaft „Zum Schwanen“ geführt (Gebäude am oberen Kartenrand). Die Lehmgrube wurde nach Einstellung des Ziegeleibetriebes verfüllt. Das Fürstenhaus verpfändete im 19. Jahrhundert den Maisenhof dem Bankhaus Rothschild als Bürgschaft, für die respektablen Leihsumme von 250.000 Gulden.

Noch mehr Daten zum Maisenhof aus dem Hohenlohe Zentralarchiv:

1625


1753

1763

1769


1782
 

1782

1797


1810


1810


1816

1816


1832

1832


1834

1844

1846
 

1853

Verkauf des Hofs Maisenwinkel an den Wirt Bartel Pflüger zu Raboldshausen und Jörg Hornecker zu Rot

Erwerb des halben Hofs Maisenwinkel durch Haag

Verkauf des Hofs Maisenwinkel an die beiden Georg Konrad Haag zu Gütbach

Rechtsstreit zwischen Konrad Haag zu Maisenhof und Johann Georg Haag zu Gütbach wegen einer Forderung

Kauf eines Waldteils im Jungholz aus dem zerschlagenen Gut des Bauern Haag zu Hof Maisenwinkel

Kauf von Grundstücken aus dem zerschlagenen halben Bauernhof zu Hof Maisenwinkel

Gesuch des Johann Konrad Haag zu Hof Maisenwinkel um Erlaubnis zur Zerschlagung eines Hofanteils

Kapitalforderung des Johann Michael Schuhmann zu Ettenhausen und Kauf des Hauses des Michael Wolpert zu Hof Maisenwinkel

Kauf des Hofs Maisenwinkel von Johann Konrad Haag und Arrondierung des Guts (Zusammenfügen unter einen Besitzer)

Zerschlagung des Hofs Maisenwinkel

Anforderung von jährlichem Rekognitionsgeld (Steuer) von der Schildwirtschaftsgerechtigkeit des Hofs Maisenwinkel

Pensionsverhältnis der Florentina Kinzy, Witwe des Revierförsters Johann Michael Kinzy durch Oberumgelder Müller zu Ingelfingen

Kauf eines Lehmackers zum Betrieb der herrschaftlichen Ziegelhütte auf dem Hof Maisenwinkel von Georg Küster zu Riedbach

Betrieb der herrschaftlichen Ziegelhütte auf dem Hof Maisenwinkel

Erwerb von Liegenschaften von Georg Michael Haag, Maisenwinkel

Dienstverhältnis des Forstwarts Jakob Faudel, zuletzt im Hof Maisenwinkel; Pension seiner Witwe

Klage des M. Haag Maisenwinkel auf Rückerstattung v. Abgaben


Auszug aus: Anne und Claus Reimann,

Bartenstein wie es früher war, von Handwerkern, Hofräten und Lakeien

Zusätzliche Informationen