Vom Regiment Hohenlohe Bartenstein zur Fremdenlegion

Regiment d'Hohenlohe

Die Anfänge

Die Regimenter Hohenlohe Bartenstein und Hohenlohe Schillingsfürst waren Keimzellen des ersten Regiments Hohenlohe. Im Jahr 1792 wurden sie aufgestellt, 1794 zusammengelegt, nach mehreren Namenswechseln trug es 1832 bei der Auflösung wieder seinen ursprünglichen Namen.

1831 wurden die verbliebenen Soldaten des Regiments teil der französischen Fremdenlegion.

Im Jahr 1798 brach die französische Revolution aus. Zahlreiche royalistischer Emigranten aus Frankreich, an ihrer Spitze die Brüder Ludwigs XVI., kamen in den folgenden Jahren nach Deutschland. Ihr Versuch, eine Armee aufzustellen, um in Frankreich wieder die "alte Ordnung" herzustellen, unterstützten die Fürsten zu Hohenlohe Schillingsfürst und Hohenlohe Bartenstein.

1792 stellten sie zwei Regimenter auf, die den Bourbonen im Kampf gegen die Revolution helfen sollten.

Prinz Ludwig Aloys zu Hohenlohe Bartenstein wurde Befehlshaber des Regiments Hohenlohe Bartenstein, ein Jägerregiment (Chasseurs á Pied) und Prinz Karl Joseph zu Hohenlohe Bartenstein wurde Befehlshaber der Füsiliere (Regiment Hohenlohe Schillingsfürst). Zusätzlich wurden ehemalige in französischen Diensten gestandene Offiziere eingestellt. Die hohenlohischen Söldner kamen vorwiegend aus den Gegenden um Pfedelbach, Bartenstein und Schillingsfürst.

Zwar lief die Rekrutierung schleppend, doch am Ende kamen rund 900 Mann zusammen, die der Armee des Prinzen Ludwig Joseph von Bourbon-Condé unterstellt wurden.
 

Stich von Ludwig Alois als Marschall von Frankreich
Stich von Ludwig Alois als Marschall von Frankreich

Die Einsätze

Anfangs kämpften die Regimenter in der Pfalz, in den Niederlanden und am Oberrhein gegen die französischen Revolutionstruppen. 1794 wurden sie zum Regiment Hohenlohe zusammengelegt, und wechselten in gleichen Jahr in niederländische Dienste. Unter Befehl Obersten Durand stehend, wurde der Verband ab 1797 von russischen Subsidienzahlungen unterhalten. Das Regiment Hohenlohe-Durand stand zeitweise auch in österreichischen Diensten.

Nach dem Wiener Kongreß 1814, wurde Fürst Ludwig Aloys zu Hohenlohe-Bartenstein französischer Generalleutnant und Inspekteur der Infanterie. Er durfte ein eigenes Regiment aufstellen, die sogenannte „Legion de Hohenlohe“, die aus Resten des Regiments Hohenlohe-Durand und napoleonischer Fremdenregimenter bestand. 1821 wurde es in „Regiment Hohenlohe“ umbenannt. 1827 schließlich wurde Fürst Ludwig Aloys Marschall und Pair von Frankreich (Status eines Pairs von Frankreich war der höchste im französischen Adel und wurde vom König verliehen). Er verstarb in Luneville am 31. Mai 1829.
 

Stich von Schloss Luneville vor 1800Stich von Schloss Luneville vor 1800

Die Auflösung

Das Regiment war zu diesem Zeitpunkt bei Marseille stationiert. Nach der Julirevolution 1830 konnten die Soldaten seines Regiments die französische Staatsangehörigkeit annehmen. Wer nicht dazu bereit war musste in die 1831 errichtete französische Fremdenlegion eintreten über oder nach Deutschland zurück.
 

Einzelschicksale

Ein Sohn des Hohenlohe Bartensteinischen Hofschmieds schilderte in einem Brief nach Bartenstein aus dem Jahr 1806, dass er als Verwundeter aus dem Regiment von Österreich in die Schweiz desertiert war. Da er dort sein Schmiedehandwerk nicht ausüber durfte, ließ er sich von Werbern in spanische Militärdienste anwerben. Er klämpfte 6 Jahre in einem Regiment Irlandia in Nordafrika gegen die Mauren. Als Kompaniecorporal lebte er in Cadiz. Dort verlieren sich seine Spuren.

Der Sohn des Hohenlohe Bartensteinischen Hofkrämers wohl kehrte nach der Auflösung des Regiments erst 1836 als Invalide nach Bartenstein zurück. Hier war er völlig unbekannnt.

Zusammen mit dem Ortspfarrer stellte er eine Genealogie auf, um seine Identität zu nachzuweisen. Er starb verarmt in einem Häuschen beim Klopfhof.

Text und Foto: Claus Reimann

Zusätzliche Informationen