Archiv 2016

EigenZinn

Eine neue Sonderausstellung im Sandelschen Museum

EigenZinn – Eine neue Sonderausstellung im Sandelschen Museum

Zinn ist ein weiches Schwermetall, das silberweiß glänzt. Die Menschen verwenden es seit 7000 Jahren. Abgebaut wurde es in Bergwerken in China, Persien und Kleinasien. Zinn und Kupfer ergeben die Legierung Bronze, ein Werkstoff, der einer ganzen Kulturepoche ihren Namen gab (Bronzezeit).

Ägyptern, Phöniker, Griechen und Römer verwendeten Zinn zur Herstellung von Schmuck, sakrale Geräte, Spiegel, aber auch als Geschirr für Speisen. In der englischen Region Cornwall wurde von 2100 v. Chr. (bis 1998) Zinnerz gefördert und in der Antike im Mittelmeerraum verarbeitet.

Mit dem englischen Zinn und dem Erz aus neuen Fundstätten in Böhmen und im Erzgebirge war es der Bevölkerung in Mitteleuropa und speziell in Deutschland möglich das bisher aus Holz und Ton bestehende Essgeschirr durch das stabilere und hygienischere Zinn zu ersetzen.

EigenZinn – Eine neue Sonderausstellung im Sandelschen Museum

Um 1200 begann in den größeren Städten die handwerkliche Verarbeitung durch „Kannengießer“. Ihre Produkte waren in allen Haushalten zu finden. Erst im 19. Jahrhundert wurde das Zinngeschirr durch das nun preiswertere Glas und Steingut verdrängt.

Noch gibt es Schmuckteller und Becher aus Zinn, aber heute wird es im Wesentlichen als Weißblech, in der Elektroindustrie und in der Medizin verwendet.

Mittelalterliche Zinngeräte gibt es kaum noch, da sie immer wieder eingeschmolzen wurden, um neue Kannen, Schalen und Teller herzustellen. Schöne Objekte, der Gotik nachempfunden, aus dem Barock, bis zum Biedermeier hat auch Theodor Sandel, der Stifter des Sandelschen Museums, gesammelt.

EigenZinn – Eine neue Sonderausstellung im Sandelschen Museum

Aus den eigenen Beständen des Museums werden sie nun erstmals umfassend gezeigt, zusammen mit weiteren Zinnobjekten aus der Kirchberger Bevölkerung, wie zum Beispiel Zinnfiguren.

Die Ausstellung will nicht nur „schöne Gegenstände“ zeigen, sondern auch ein Metall ins Bewusstsein rücken, das der Menschheit seit Jahrtausenden in den verschiedensten Formen und Verarbeitungen gute Dienste geleistet hat.

Eröffnung der Sonderausstellung ist am Sonntag, 3. April 2016 um 11.00 Uhr

Die Ausstellung ist bis 28. August 2016 im Sandelschen Museum in Kirchberg zu sehen,
an Sonn- und Feiertagen von 14.00 bis 17.00 Uhr.

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