Volkstrauertag 2015

Gedenkfeier am Kriegerdenkmal

Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Kriegerdenkmal von Bartenstein

Die Gedenkfeier fand im Anschluss an den Gottesdienst mit Umrahmung durch die Sängergemeinschaft Bartenstein-Ettenhausen und dem Posaunenchor Schrozberg am Kriegerdenkmal statt. Das Gebet sprach Pfarrer Philipp Mayer.
 

Geleitwort zum Volkstrauertag 2017

Der Volkstrauertag ist der Erinnerung an die Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft gewidmet, er mahnt auch in der Gegenwart zum Frieden. In fast jeder Gemeinde Deutschlands treffen sich Menschen an diesem Novembertag um der Kriegstoten zu gedenken und notwendiger denn je damit ein Zeichen für den Frieden zu setzen.

Am Volkstrauertag, dem Friedens-, Mahntag, steht das Gedenken im Mittelpunkt. Wir haben uns heute versammelt um der Opfer von Gewalt, Terror, Vertreibung und der beiden Weltkriege zu gedenken. Auch fast 100 Jahre nach dem Ende des ersten und mehr als 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges ist es wichtig, sich die gewaltige Zahl an Opfer ins Gedächtnis zu rufen.

Wir begehen den heutigen Tag mit allen Angehörigen, die einen lieben und geliebten Menschen verloren haben. Der Verlust hat eine Lücke gerissen, die nicht mehr gefüllt werden kann, dies sollte wir niemals vergessen. Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern; tot ist nur, wer vergessen wird. Wir dürfen unsere Toten nicht vergessen. Sie mahnen uns Lebende, dass Sicherheit und Freiheit nicht selbsverständlich sind, dass Sicherheit und Freiheit ein zerbrechliches Gut sind, und dass es unseres Einsatzes und unserer Erinnerung bedarf, damit es sich nicht wiederholt. Es gibt kaum eine deutsche Familie, die nicht auf den Schlachtfeldern des Krieges, in den Bombennächten in der Heimat, in der Gefangenschaft oder bei der Vertreibung, im Widerstand gegen die Diktatur, Angehörige oder nahe Freunde verloren hat. Allein der Zweite Weltkrieg forderte über 5 Millionen in Deutschland und über 65 Millionen Menschenleben in ganz Europa. Aber auch die 10 Millionen Opfer des ersten Weltkrieges auf vielen Schlachtfeldern in Europa dürfen wir nicht vergessen. Mehr als 70 Jahre nach dem Ende des ~ zweiten Weltkrieges ist es für jüngere Generationen fast nicht möglich sich das unerträgliche Leid und die Not der Kriegs und Nachkriegszeit sich vorzustellen.

Das höchste Gut ist der Frieden, aber Frieden auf dieser Welt ist keine Selbstverständlichkeit. Frieden benötigt die Erinnerung. „Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, dafür, dass Frieden bleibe. Frieden zwischen den Menschen und Friede zwischen den Völkern“. Mit diesen Worten hat nach dem 2. Weltkrieg Theodor Heuss den Toten eine Stimme gegeben und uns Lebenden eine Aufgabe.

Mit unseren Gedanken sind wir heute ganz besonders bei den Terroropfern und den Angehörigen der jüngsten Anschlägen in Berlin, London, Paris, Barcelona und auch Afghanistan, Pakistan und überall in der Welt. Wir gedenken heute den vielen Rettungskräften, Soldaten und Arzten, die in unzähligen Einsätzen Ihre Gesundheit und Ihr Leben aufs Spiel setzen. Lassen Sie uns gemeinsam den Volkstrauertag zum Anlass nehmen unseren Beitrag zum Frieden, Toleranz und Solidarität in unserer Gesellschaft zu leisten. Leid, Verfolgung und Tod sind keine Anektoten aus vergangenen Zeiten, das dürfen wir nicht vergessen. Täglich erschüttern uns die Berichte in den Medien über terroristische Anschläge, Gräueltaten, kriegerische Auseinandersetzungen, Flucht und Vertreibung weltweit. Die Berichte und Fotos der Flüchtlingskolonnen und Auffanglager erinnern an die Treks der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg. Gemeinsam erhalten wir das Gedenken an diesem heutigen Tag, im Trauermonat November.

In diesem Sinne bedanke ich mich bei Allen, die heute diese Stunde des Totengedenkens begangen haben. Ich wünsche Ihnen noch einen besinnlichen Sonntag.

Gedenkrede von Ortsvorsteherin:
Rose-Marie Nauber
Bartenstein

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