Rückschau - Taubenmarkt in Bartenstein 2017

Taubenmarkt in Bartenstein 2017

Etwa Zweidrittel der 60 Drahtkäfige, die Roland Hachtel und seine Mannen vom Kleintier zuchtverein Bartenstein vor dem ehemals fürstlichen Gärtnerhaus am Hofgarten aufgebaut hatten, waren gestern zu Marktbeginn mit allerlei Kleingetier gefüllt. Nicht nur die Züchter aus Bartenstein hatten Tauben, Stallhasen, Hühner, Enten und sogar ein paar Goldfasanen aufgetrieben, auch die Nachbarvereine aus Blaufelden, Niederstetten und Laudenbach trugen mit ihrem „Ziefer“ ihren Teil dazu bei, dass die Tradition des Bartensteiner Tauben marktes erhalten bleibt.

Kleintierzüchter Willi Ströbel aus dem Schrozberger Teilort Heiligenbronn kommt seit sage und schreibe 68 Jahren ununterbrochen auf den Taubenmarkt. Fast genauso lange ist der 78‑Jährige begeisterter Taubenzüchter. Zwei paar Flugtauben bot er zum Verkauf an, ein paar schmucke „süddeutsche Blessen“, sowie ein Paar Gimpeltauben, die ob ihrer Farbenpracht innerhalb der Gruppe der Rassetauben etwas Außer ge wöhnliches darstellen.

Für sein prächtiges Goldgimpel-Pärchen hatte sich nach einer Stunde sogar ein Käuferpaar gefunden: Bianca und Thomas Ulmer aus Rot am See, die mit ihren Kanada­gänsen schon erste Erfahrungen in der Geflügel­haltung gemacht haben, wollen mit den beiden Edeltauben nun „den ersten Versuch einer ordentlichen Zucht“ starten, teilt das junge Ehepaar mit.

Etliche Tiere wechselten während der beiden Marktstunden die Besitzer. Eigens aus Hohenhaslach im Landkreis Ludwigsburg kam Gerhard Rommler angefahren, in der Hoffnung, ein paar Laufenten für die Schnecken bekämpfung in seinem Gemüsegarten zu finden. Den Markttermin hat er aus dem Bauern­kalender erfahren. Er ist seit zehn Jahren treuer Marktbesucher und wurde auch heuer wieder fündig – bei Züchter Wilfried Gögelein aus Niederstetten konnte er gleich zwei Laufenten damen erstehen und bei einem weiteren Züchter aus Bartenstein den passenden Erpel dazu.

Rat für Jungzüchter. Mit von der Partie ist traditionell auch Erich Trump aus Blaufelden, langjähriger Vorsitzender des dortigen Kleintier zuchtvereins sowie des Kreisverbandes Crailsheim-Bad Mergentheim. Er genoss es sichtlich, Kollegen und Freunde zu treffen, mit ihnen fachzusimpeln oder Ratschläge aus seinem reichen Züchter erfahrungs schatz zu geben. Das neue Vereinsmitglied Silvia Koppe, deren Junghennen mit dem Eierlegen noch auf sich warten lassen, konnte er beruhigen: „Des is ganz normal, wie bei d’Leid aa.“ Die einen seien eben früher dran und andere später.

Erich Trump kennt den Markt auch noch von früher: „Sieben Wirtschaften waren hier früher voll“, erzählt das Urgestein der regionalen „Flederer“-Szene. Der Taubenmarkt in Bartenstein war nicht nur ein ökonomisches Event, sondern vor allem auch ein soziales: Hier traf man sich, tauschte sich aus und kehrte gemeinsam ein. Dass der Markt in erster Linie ein soziales Ereignis war, war gegen 10 Uhr zu erleben, als eine Delegation aus Schrozber­ger Stadträten und ehemaligen Ratsmitgliedern erschien. Angeführt wurde die Truppe von Bürgermeisterin Jacqueline Förderer und ihrem Amtsvorgänger Clemens Iszaak. Seit fast 20 Jahren brechen die Schrozberger Räte zur Wanderung nach Bartenstein auf, erzählte Grübel, der die Tradition seinerzeit begründete: „Der Taubenmarkt ist für uns der dritte Weihnachtsfeiertag.“

Bilder vom Taubenmarkt 2016 >>>

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