Karl Philipp zu Hohenlohe-Bartenstein

Karl Philipp zu Hohenlohe-Bartenstein (*12. Juli 1702 in Wanfried ,† 1. März 1763 in Wetzlar), übernahm 1729 nach dem Tod seines Vaters die Grafschaft. Am 12. Mai 1744 wurde ihm die Fürstenwürde verliehen.

Karl Philipp Hohenlohe BartensteinFürst Karl Phillipp
Sophie Hessen HomburgGräfin Sofia Friderica

Karl Philipp studierte zunächst Jura. 1727 fand in Straßburg seine Hochzeit mit Sophia Friderica, Landgräfin von Hessen-Homburg (1714-1777) statt. Aus der Ehe gingen vier Söhne hervor:

• Ludwig Carl Franz Leopold zu Hohenlohe-Bartenstein, ab 1763 Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein
• Klemens Armand Philipp Ernst, 1774 bis 1792 Gouverneur von Gozo
• Joseph Christian Franz, späterer Bischof von Breslau
• Christian Ernst Franz Xaver
 

Als Mitgift brachte Sophia Friderika Rechte an Besitzungen in Oberbronn und Niederbronn im Elsass mit. Nach dem Tod ihrer Mutter fiel Karl Philipp später auch das Amt Gröningen zu. In den ersten Jahren seiner Regierungszeit lebte die Familie auf Schloss Bartenstein.

1729 erfolgte die Aufteilung der Grafschaft Pfedelbach. Karl Philipp erhielt Pfedelbach sowie die Ämter Mainhard, Sindringen und Herrenzimmern. Er einigte sich mit seinen beiden Brüdern, dass 2/3 des Landes mit Schloss und Amt Bartenstein bei Karl Philipp verblieben, während Schloss und Amt Pfedelbach dem jüngeren Bruder Ferdinand zufallen sollte.

Der Kaiser ernannte 1742 Karl Philipp zum Geheimen Kaiserlichen Rat. 1744 erlangte Karl Philipp die Fürstenwürde, lange bevor die evangelischen Linien Hohenlohe gefürstet wurden. 1745 berief ihn der Kaiser als Reichskammerrichter nach Wetzlar, das Amt, welches zuvor bereits sein Vater inne hatte.

Obwohl er als Reichskammerrichter häufig Verpflichtungen in Wetzlar nachgehen musste, begann er um 1750 mit der Erweiterung des Schlosses. Zeitgleich wurden Hofstaat und Verwaltung personell verstärkt. In diesem Zuge war auch der weitere Ausbau des Residenzstädtchens erforderlich. So entstand eine Kaserne und ein ca. 30 m langes Appartementgebäude (der sogenannte „Lange Bau“). Dessen Wohnungen wurden wie heutige Eigentumswohnungen an neu angestellte hohe Beamte und Offiziere mit ihren Familien verkauft. Weitere Gebäude entstanden im Fürst Karl Phillip Gräfin Sofia Friderica Bereich der Alten Steige und dem Gasthaus zum Löwen.

Ab 1760 erfolgte der Umbau des Schlosses zur barocken Dreiflügelanlage. Als Baudirektor verpflichtete Karl Philipp den ehemaligen fürstäbtlichen fuldaischen Hofbaumeister Andrea Gallasini. Den Abschluss der Baumaßnahmen von Schloss und Stadtanlage zur Barockresidenz erlebte Fürst Karl Philipp nicht mehr. Er starb am 1. März 1763 in Wetzlar.

Seine Frau lebte bis zu ihrem Tod 1777 auf Schloss Untergröningen. Nachfolger Karl Philipps wurde Sohn Ludwig Leopold.


Text: Claus Reimann

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