Ludwig Aloys zu Hohenlohe-Bartenstein

Ludwig Aloys zu Hohenlohe-Bartenstein (*18. August 1765 in Bartenstein, †30. Mai 1829 Luneville) trat 1798 die Nachfolge als regierender Fürst an. Er zeichnete sich vor allem durch seinen militärischen Werdegang aus.

Alois Hohenlohe BartensteinFürst Ludwig Aloys, Pair von Frankreich

Er wurde 1792 Oberst in der französischen Emigrantenarmee und warb in Bartenstein zum Kampf gegen Napoleon das Regiment Hohenlohe an. Er trat darauf in holländische Dienste und später in österreichische Dienste.

Von 1794 bis 1798 diente er als Oberst, von 1799 an als Generalmajor unter Erzherzog Karl. Durch seine militärischen Aufgaben weilte er nur sporadisch in Bartenstein. Die Hofhaltung in Bartenstein wurde aufgelöst, die Regierungsgeschäfte in der Residenz wurden in seinem Auftrag von einer Geheimen Konferenzkommission weitergeführt. Sie bestand aus mehreren Regierungsund Hofräten. Das Angebot Napoleons, die Souveränität seines Fürstentums zu erhalten, wenn er dem Rheinbund beiträte, lehnte er ab. So wurde 1806 das Fürstentum Bartenstein und das Oberamt Bartenstein aufgelöst, Regierungsgewalt und Territorium gingen an das Königreich Württemberg über. Die noch verbliebenen Hofräte und Hofbediensteten mussten dem König von Württemberg den Treueeid leisten. Im gleichen Jahr wurde Ludwig Aloys Feldmarschall-Leutnant. Er kam als Divisionskommandeur nach Böhmen, 1807 nach Preßburg und wurde Statthalter des Kaisers von Galizien. Im Jahre 1809 wechselte er zum 4. Armeekorps, nach dem Wiener Frieden 1809 ging er in den Ruhestand. Mitte 1811 wurde er reaktiviert. Er befehligte eine Division in der Hauptarmee, verteidigte am 1813 den Ort Seifferthain mit großer Bravour. Danach kam er zu einem Korps, welches zur Blockade von Dresden beordert war. Zuletzt diente er in der Hauptarmee in Frankreich. Er besetzte Troyes im Namen der Alliierten und wurde zum Gouverneur dieser Stadt ernannt. Nach der Wiedereinsetzung der Bourbonen als Könige in Frankreich trat Ludwig Aloys 1816 in französische Kriegsdienste, wurde Generalleutnant befördert und erhielt das Schloss Luneville als Geschenk. Er befehligte als Kommandeur die deutschen Kontingente. Das nach ihm benannt Regiment hieß Regiment Hohenlohe. Im Jahre 1823 kommandierte er eine Armee, die in Spanien eingesetzt wurde. Im Jahr 1827 ernannte ihn der französische König zum Marschall und Pair von Frankreich. Ludwig Alois starb am 30. Mai 1829 in Luneville. Angehörige des Regiments Hohenlohe, das zu dieser Zeit noch in Frankreich stand, wurden vor die Wahl gestellt, französische Staatsbürger zu werden, in die Fremdenlegion über zu wechseln oder Frankreich zu verlassen. Nur wenige Soldaten des Regimentes Hohenlohe überlebten und kehrten nach Bartenstein zurück. Die Fremdenlegion, 1831 aufgestellt, sieht die Legion Hohenlohe als ihren historischen Vorgänger.


Text: Claus Reimann


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