Graf Philipp Karl zu Hohenlohe-Bartenstein

Graf Philipp Karl zu Hohenlohe-Bartenstein (*28. September 1668 in Schillingsfürst, †15. Januar 1729 in Wetzlar) entstammte der katholischen Linie Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst des alten Hochadelsgeschlecht Hohenlohe. Er wurde als Sohn des Grafen Christian sowie dessen Gattin Lucia, geb. Gräfin von Gleichen und Hatzfeld geboren.

1688 erfolgte die Erbteilung der Grafschaft Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst da die Hausgesetze eine gemeinsame Regierung von Onkel und Neffen nicht vorsahen. Es entstanden die eigenständigen Grafschaften Schillingsfürst und Bartenstein. Zur Ermittlung der Vermögenswerte der Grafschaft Schillingsfürst wurde 1686 eine umfangreiche Bestandsaufnahme über den Zustand der Burg Bartenstein durchgeführt. Durch Losentscheid fiel Philipp Karl die Grafschaft Hohenlohe-Bartenstein zu. Dazu gehörte das evangelischen Amt Bartenstein, mit zugehörigem Schloss, das Amt Schnelldorf und Rechte an Wolfsau.
Da der Zustand des Schlosses sehr schlecht und nur wenige Räume bewohnbar waren, erhielt Philipp Karl 7.000 Gulden als Vermögensausgleich. Dieser Betrag war an Maßnahmen zum Umbau des maroden Schlosses Bartenstein gebunden.

Philipp erhob Bartenstein zu seiner Residenz. Die Planung eines Ausbaus blieb zunächst aus, unbewohnbare Gebäudeteile des Schlosses wurden abgerissen. 1693 vermählte sich Philipp Karl mit Gräfin Sophie von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst, die bereits 1698 nach der Geburt einer Tochter verstarb.

1700 heiratete er Sophie Leopoldine, Prinzessin von Hessen-Rheinfels-Wanfried (*17. Juli 1681, †18. April 1724 in Wetzlar). Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor:
• Karl Philipp Franz, ab 1729 regierender Graf, bzw. Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein
• Joseph Anton Friedrich, ab 1745 Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein-Pfedelbach
• Anton Ruprecht Franz Ferdinand
• Maria Anna Adelheid
• Leopoldine Ernestine Juliane
• Sophie Charlotte
• Louise Eleonore
• Eleonore Juliane

Philipp Karl hatte am kaiserlichen Hof in Wien Ehrenämter. Somit hielt er sich nur selten in Bartenstein auf. 1699 ernannte ihn Kaiser Leopold zum Kammerherrn, 1703 zum Geheimen Rat.

Seine erste große Baumaßnahme war in Bartenstein die Errichtung der katholischen Hofkirche (die Bevölkerung im Umland war protestantisch) im Schlossareal. Baubeginn war 1712. Die Einweihung fand 1716 statt, obwohl die Bauarbeiten noch nicht gänzlich abgeschlossen waren. Im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen wurde Personal benötigt. Ein Ort Bartenstein existierte zu dieser Zeit noch nicht. Weit ostwärts des Schlosses ließ Graf Philipp Karl die ersten Häuser errichten. Dort siedelte man nun vorrangig katholische Handwerker und Beamte an. 1722 ernannte Kaiser Karl VI den Grafen Philipp Karl zum Reichskammerrichter am Reichskammergericht in Wetzlar. Die Repräsentationspflicht band ihn an Wetzlar.

Sein volljähriger Sohn Karl Philipp führte stellvertretend in Bartenstein dessen Regierungsgeschäfte. Philipp Karl starb 1729. Sein Tod verhinderte die bereits in die Wege geleitete Ernennung zum Fürsten. Sohn Karl Philipp übernahm die Grafschaft.


Text: Claus Reimann

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