Eine Ausstellung in Kirchberg

zeigt Impressionen zur 30-jährigen Städtefreundschaft zwischen Weißensee in Thüringen und Kirchberg an der Jagst

Kirchberg Jagst - Impressionen zur 30-jährigen Städtefreundschaft zwischen Weißensee in Thüringen und Kirchberg an der Jagst

Vor über 30 Jahren begann für die Stadt Kirchberg eine Städtefreundschaft, die bis heute Bestand hat.

Als sich der Museums- und Kulturverein in Kirchberg Gedanken zu den Jubiläen für das Jahr 2020 machte, kam man auf die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten vor 30 Jahren. Doch was hatte die Stadt Kirchberg damit zu tun? So kamen einigen Mitgliedern die Kontakte und Besuche mit der Stadt Weißensee in Thüringen in den Sinn und ein Ausstellungsprojekt war geboren, das Bürgermeister Ohr in Kirchberg alsbald unterstützte. 

Geplant wurden vor drei Jahren zwei Ausstellungen, um die Beziehungen der Städte wieder zu intensivieren. Im Jahr 2020 sollte der Kirchberger Museums- und Kulturverein (MKV) in Weißensee die Stadt Kirchberg vorstellen und in Kirchberg sollte der Heimatverein „Mein Weißensee“ seine Stadt den Kirchbergern vorstellen. Schwerpunkte der beiden Ausstellungen sollten die historischen „Highlights“ der beiden Städte sein. Alles war mit den Bürgermeistern abgesprochen und abgesegnet, ein 14-tägiger Besuch des Vorsitzenden des MKV im Jahr 2019 stellte die letzten Weichen, doch dann kam der Corona-Ausbruch und alle Planungen wurden zwangsweise abgebrochen. Das Aus des Projekts stand unmittelbar bevor.
Damit wollte sich der MKV nicht zufriedengeben. Es wurde deshalb eine kleine Lösung gesucht und gefunden. Das Ergebnis ist ab dem 27.9.2020 im Sandelschen Museum in Kirchberg sonn- und feiertags zwischen 14-17 Uhr zu sehen. Ein sogenanntes „Zwischenspiel“, eine kleine Ausstellung im ersten Stock des Museums zeigt Ansichten von Weißensee, Zeitdokumente aus der Wendezeit und dokumentiert die zahlreichen Begegnungen aus dreißig Jahren Städtefreundschaft.  

Doch wie kam es dazu? 

Zwei Gemeinderäte machten sich vor über dreißig Jahren in die sich verändernde DDR auf, um dort die Lebensverhältnisse kennenzulernen und um möglicherweise eine Stadt zu finden, mit der Kirchberg an der Jagst eine Partnerschaft schließen könnte. Robert-Schmid-Denkler und Ludwig Kron starteten 1988 ihre Fahrt nach Osten auf einem Campingplatz in Weißensee. Dort unterhielten sie sich mit dem Ehepaar Lenk, er Bürgermeister von Weißensee und sie, die Verantwortliche für den Campingplatz. Aus diesen ersten Gesprächen, weiteren Besuchen und durch weitere Briefkontakte intensivierte sich der Kontakt.

1990 dann wurde die Städtefreundschaft durch die beiden Bürgermeister Dieter Barthel aus Kirchberg und Bernd Thomas aus Weißensee, beschlossen. Im selben Jahr noch fuhr der Kirchberger Gewerbeverein nach Weißensee und zum Weihnachtsmarkt in Kirchberg kamen im selben Jahr Gewerbetreibende aus Weißensee.
Danach folgten zahlreiche Besuche der Gemeinderäte, Ortschaftsräte, der Kulturvereine und Gemeinderatsfraktionen. Nicht zu vergessen die vielen privaten Kontakte.
In Weißensee bekamen und bekommen die Gäste eine wundervoll wiedererblühte Stadt zu Gesicht, deren Wurzeln weit über das Mittelalter zurückreichen. Der Minnesänger Walter von der Vogelweide war bereits dort. Die Stadt hatte eine städtische Münzstätte, die Hohlpfennige ausgab, welche vergleichbar mit den Schwäbisch Haller Hellern sind. Die Runneburg ist das dominante Bauwerk auf einer Anhöhe unweit des historischen Stadtzentrums, wo das älteste Rathaus Thüringens zu bewundern ist und in dessen Kellerräumen der Bürgermeister selbst nach dem ältesten Reinheitsgebot für das Brauen von Bier selbiges braut. Und wem das noch nicht Anreiz genug ist Weißensee zu besuchen, der sollte wissen, dass es in Weißensee einen Chinesischen Garten gibt, der 5400 Quadratmeter groß ist und mit Skulpturen aus China und passender Bepflanzung den Besucher ins alte China zurückversetzen lässt. 

All diese Sehenswürdigkeiten können die Besucher des „Zwischenspiels“ im Kirchberger Sandelschen Museum ab dem 27.9.2020 wiederfinden.

Da es aus Gründen des Schutzes der Besucher keine Eröffnungsveranstaltung geben kann, wird es am 27.9.2020 ab 11 Uhr möglich sein mit den Ausstellungsmachern ins Gespräch zu kommen. 

Der Museums- und Kulturverein und das Sandelsche Museum in Kirchberg freuen sich auf Ihren Besuch. 

Autor: R. Martius