Jakob Hüfner und Dr. Jacob Ritter v. Röser

Vor kurzer Zeit wurden in Bartenstein die Schilder der Jakob Hüfner Straße und der Dr. Röser Straße durch Informationstäfelchen ergänzt. Sie sollen auf das verdienstvolle Wirken dieser ehemaligen Bartensteiner Bürger hinweisen:

Jacob-Huefner-Strasse

Dr-Roeser-Strasse

Jakob Hüfner wohnte von 1933 bis zu seinem Tod 1968 in der Wäldlesgasse von Bartenstein. Der rührige Tüftler war gelernter Uhrmacher und Leiter der „Königlichen Bayrischen Orthopädischen Werkstätten". Hüfner konstruierte Armprothesen für Dr. Sauerbruch, bekannt wurde er aber vor allem durch die Erfindung der sogenannten Hüfner-Hand, einer aktiven Greifhand.

Jacob Hüfner bei der Arbeit  an einer Hüfnerhand

Jacob Hüfner bei der Arbeit an einer Hüfnerhand  Foto: Familie Hütter

Diese Prothesenhand aus Holz, die bereits 1917 für Verwundete des 1. Weltkriege entwickelt wurde, verfügt über bewegliche Daumen und vier Finger wird bis heute genutzt. Dieser verdiente Mitbürger zeigte am Ende des 2. Weltkrieges ein großes Maß an Zivilcourage und Mut. Vom Kirchturm der Hofkirche schwenkte er 1945 die weiße Fahne, um Bartenstein vor weiterem zerstörerischen alliierten Beschuss zu bewahren. 1964 wurde Hüfner für seine großen Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Huefnerhand-Konstruktion - Künstliche Hand - System Hüfner Baden Baden - Prof. (Dr. Sauerbruch)

Hüfnerhand - Jacob Hüfner - Bartenstein

Dr. Jacob Ritter v. Röser erhielt 1823 vom Fürsten Karl August zu Hohenlohe Bartenstein die Anstellung als Leibarzt und Hofrat. In dieser Funktion wohnte er in unmittelbarer Schlossnähe am Schlossplatz. Ab 1834 unternahm er zahlreiche Reisen in den Vorderen Orient, vor allem nach Syrien und Ägypten. Während eines Aufenthalts in Jerusalem widmete er sich der Behandlung Pestkranker. Dafür erhielt er verschiedene Ordensauszeichnungen wie das Ritterkreuz des heiligen Sylvester, den heiligen Kriegerorden und später den griechischen Erlöserorden. Das Hohenlohe Zentralarchiv Neuenstein verwahrt ein Schreiben des Papstes Gregor XVI von 1838 an Ludwig Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg. über die Verleihung eines päpstlicher Ordens an Dr. Jakob Roeser. Seine Reiseerlebnisse hielt er in Reisetagebüchern fest. Kürzlich konnte man bei e-bay Rösers „Tagebuch meiner Reise nach Griechenland, in die Türkei, nach Aegypten und Syrien“ für 1200 EUR erwerben.

Dr. Jacob Ritter v. Roeser verstarb 1862 hochgeehrt in Bartenstein.

Text: Anne und Claus Reimann

Zusätzliche Informationen